Höxter/Holzminden (red). Die Städte Höxter und Holzminden wollen ihre interkommunale Zusammenarbeit in der Gewerbeentwicklung deutlich ausbauen. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung haben beide Kommunen ihr Vorhaben bekräftigt, einen interkommunalen Gewerbestandort zwischen den Höxteraner Ortschaften Albaxen und Stahle gemeinsam zu entwickeln.
Gemeinsamer Entwicklungsraum neben bestehendem Wirtschaftspark
Hintergrund sind weitgehend ausgeschöpfte Gewerbeflächen in beiden Städten sowie ein weiterhin steigender Bedarf an Entwicklungsflächen für Unternehmen, die sich ansiedeln oder erweitern wollen. In unmittelbarer Nachbarschaft des bestehenden Wirtschaftsparks Höxter soll deshalb ein zukunftsweisender gemeinsamer Entwicklungsraum entstehen.
Der Regionalplan OWL sieht nördlich und südlich des bestehenden Wirtschaftsparks zusätzliche gewerbliche Entwicklungsmöglichkeiten vor. Während der nördliche Bereich für die örtliche Nachfrage der Stadt Höxter vorgesehen ist, soll der südliche Teilbereich einer interkommunalen Kooperation vorbehalten bleiben. Höxter und Holzminden beabsichtigen nach eigenen Angaben jedoch, die genannten Teilbereiche beider Gewerbeflächenpotenziale gemeinsam und gleichberechtigt zu entwickeln.
Vorbereitende Untersuchungen als nächster Schritt
Ein städtebaulicher Rahmenplan wurde bereits durch die Stadt Höxter beauftragt und soll eng zwischen beiden Städten abgestimmt werden. Die Ausweisung der Gewerbeflächen soll im Rahmen einer Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme erfolgen. Als wesentlicher Arbeitsschritt steht nun die Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen für die Entwicklungsbereiche an.
In diesen Untersuchungen werden verschiedene Aspekte analysiert, die für die geplante Entwicklung von Bedeutung sind. Dazu zählen unter anderem der Gewerbeflächenbedarf, die Verkehrserschließung, Städtebau, Freiraum, Energieversorgung und Landwirtschaft. Parallel wird bereits eine planerische Konzeption für das Gebiet in Form einer städtebaulichen Rahmenplanung erarbeitet.
Eine zentrale Rolle spielt dabei auch eine Kosten- und Finanzierungsübersicht. Neben der Ermittlung der voraussichtlichen Kosten sollen mögliche Finanzierungswege geprüft werden, darunter auch Fördermöglichkeiten.
Bürgermeister sehen starkes Signal für die Region
„Mit dieser Absichtserklärung schaffen wir die Grundlage für eine starke gemeinsame wirtschaftliche Perspektive über Stadt- und Landesgrenzen hinweg. Der Bedarf an Gewerbeflächen ist auf beiden Seiten eindeutig vorhanden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gemeinsam vorauszuplanen und nachhaltige Strukturen für die Zukunft zu schaffen“, betont Bürgermeister Daniel Hartmann die große Bedeutung des Projektes für die Zukunftsfähigkeit der Region.
Auch Holzmindens Bürgermeister Christian Belke sieht in der Kooperation ein wichtiges Signal für die regionale Entwicklung: „Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Höxter ist ein starkes Signal für die gesamte Region. Wir wollen gemeinsam Verantwortung übernehmen und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Unternehmen auch künftig bei uns ansiedeln und entwickeln können.“
Auf Grundlage der Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen wollen die Städte das weitere Vorgehen abstimmen. Dieses könnte anschließend in einem raumordnerischen Vertrag konkretisiert werden, in dem auch finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen geregelt würden.
Mit der unterzeichneten Absichtserklärung sind nach Angaben der Städte ausdrücklich keine unmittelbaren finanziellen Verpflichtungen oder Rechtsansprüche verbunden. Vielmehr markiert sie den Beginn eines gemeinsamen Planungsprozesses, der bei Bedarf später in verbindliche Vereinbarungen überführt werden soll.
Gleichzeitig verfolgen Höxter und Holzminden das Ziel, Fördermittel insbesondere des Bundes sowie der Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen einzuwerben und das Projekt in enger Abstimmung weiterzuentwickeln.
„Gerade bei einem interkommunalen Projekt dieser Größenordnung ist die enge fachliche Abstimmung ein entscheidender Erfolgsfaktor. Gemeinsam wollen wir die planerischen Voraussetzungen schaffen und zugleich mögliche Förderkulissen bestmöglich nutzen“, betonen die beiden Baudezernenten Julia Gogrewe von der Stadt Höxter und Ralf Flormann von der Stadt Holzminden.
Mit dem Schulterschluss setzen Höxter und Holzminden ein deutliches Zeichen für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und eine starke Zukunft der gemeinsamen Region.
Foto: Stadt Höxter