Holzminden. Der Bedarf an Pflegefamilien ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – auch im Landkreis Holzminden und im Kreis Höxter. Aktuell werden im Landkreis Holzminden um die 110 Pflegekinder betreut. Diese leben entweder in Dauerpflegefamilien, Bereitschaftspflegefamilien oder bei Verwandten. Dennoch reicht die Zahl der verfügbaren Pflegefamilien nicht aus, um allen Kindern und Jugendlichen ein familiäres Umfeld bieten zu können.
Steigender Bedarf an Pflegefamilien im Landkreis Holzminden
Wie Marje Tammeus vom Landkreis Holzminden erläutert, ist die Nachfrage nach Pflegefamilien kontinuierlich gewachsen. Aus diesem Grund bemüht sich der Landkreis verstärkt darum, neue Familien zu gewinnen und entsprechend zu schulen.
Wenn keine Familie gefunden wird: Vermittlung außerhalb des Landkreises
Aufgrund des hohen Bedarfs komme es immer wieder vor, dass Kinder und Jugendliche außerhalb des Landkreises vermittelt werden müssten. Nicht selten könne keine passende Familie gefunden werden, sodass auf Heimeinrichtungen zurückgegriffen werde. Besonders schwierig gestalte sich die Suche nach geeigneten Pflegefamilien für Kinder ab vier Jahren.
Ähnliche Herausforderungen im Kreis Höxter
Eine vergleichbare Situation zeigt sich auch im Kreis Höxter. Dort berichtet Karsten Oeynhausen, Leiter des Jugendamtes, dass sich die Unterbringung eines
Kindes oder Jugendlichen stets an der individuellen Bedarfslage orientiere.
Schulungen und Begleitung für Pflegeeltern
Um im Bedarfsfall auf ausreichend Pflegefamilien zurückgreifen zu können, würden im Kreis Höxter regelmäßig Schulungen für angehende Pflegeeltern angeboten. Zudem erhielten bestehende Pflegefamilien themenbezogene Fortbildungsangebote, zuletzt etwa im Rahmen eines Fachtages für Pflege- und Adoptiveltern.
Hohe Nachfrage trifft auf große Hemmschwelle
Wie sich der Bedarf angesichts von Kindern und Jugendlichen mit zunehmend herausfordernden Verhaltensweisen weiterentwickelt, lasse sich derzeit nur schwer abschätzen. Fest steht jedoch: Sowohl im Landkreis Holzminden als auch im Kreis Höxter ist die Nachfrage nach Pflegefamilien hoch, während die Hemmschwelle, ein Pflegekind aufzunehmen, weiterhin groß bleibt.
Unterstützung durch Projekt Begegnung aus Höxter
Unterstützung bietet in diesem Zusammenhang das Team von Projekt Begegnung aus Höxter, das sowohl interessierte Menschen als auch aktive Pflegeeltern umfassend begleitet. „Damit künftig mehr Kinder als bisher die Chance bekommen, in der Geborgenheit einer Familie aufzuwachsen, suchen wir Menschen, die bereit und in der Lage sind, diesen Kindern ein neues Zuhause zu geben“, erklärt das Team von Projekt Begegnung.
Wer kann Pflegefamilie werden?
Gesucht werden Einzelpersonen, Paare oder Familien, die bereit sind, ein Kind oder einen Jugendlichen aufzunehmen.
So läuft der Weg zum Pflegekind ab
Nach einer intensiven Schulung, die gezielt auf die zukünftige Aufgabe vorbereitet, wird ein Profil der Bewerberfamilie erstellt und dem zuständigen Jugendamt vorgestellt. Die Vermittlung erfolgt anschließend in enger Zusammenarbeit mit dem Pflegekinderdienst, der die Familien auch nach der Aufnahme dauerhaft begleitet und unterstützt. Zudem besteht Anspruch auf finanzielle Leistungen durch das Jugendamt.
Weitere Informationen für Interessierte
Weitere Informationen erhalten Interessierte direkt bei Projekt Begegnung oder online unter www.projekt-begegnung.de