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Dienstag, 14. April 2026 Mediadaten
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Bevern (red). Mit einer eindringlichen Werkschau wird im Atelier Repfennig im Schloss Bevern an den Maler und Schauspieler Ingo Lehnhof erinnert. Der Künstler, der am 4. Februar 2025 überraschend verstarb, hinterließ ein Werk, das sich radikal und ungeschönt mit der menschlichen Existenz auseinandersetzt.

Lehnhof galt als kompromissloser Realist. Unermüdlich habe er bis zuletzt gearbeitet, sich selbst immer wieder zum Gegenstand seiner Kunst gemacht – nackt, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Seine Selbstporträts seien weit mehr als bloße Abbilder gewesen: Sie zeigten ihn als vielschichtige Figur, als Erzähler, Beobachter und Darsteller menschlicher Abgründe. Mal habe er sich als Narr inszeniert, mal als verletzlichen Zweifler, dann wieder als überzeichnete, fast groteske Figur.

Dabei sei es ihm nie um Eitelkeit gegangen, sondern um Erkenntnis. Mit Humor, aber auch mit großer Ernsthaftigkeit habe Lehnhof das „Schräge“ und mitunter Beklemmende des Menschseins sichtbar gemacht. Seine Ölbilder würden die gesamte Bandbreite menschlicher Zustände spiegeln – schonungslos, direkt und oft verstörend. Indem er sich selbst exponierte, habe er zugleich ein Gegenüber geschaffen: für sich und für das Publikum.

Die nun gezeigte Ausstellung versammelt eine Auswahl dieser Arbeiten und macht Lehnhofs künstlerische Haltung erfahrbar. Sie wird am 26. April um 11 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. In einer Einführung wird seine Lebensgefährtin Ana Laibach persönliche Einblicke in Werk und Leben des Künstlers geben.

Bis zum 31. Mai ist die Ausstellung anschließend regelmäßig zu sehen. Geöffnet ist das Atelier mittwochs, freitags und sonntags jeweils von 15 bis 17 Uhr, weitere Termine sind nach Vereinbarung möglich. Veranstaltungsort ist das Atelier Repfennig, Schloss 1 in Bevern.

Gefördert wird die Ausstellung von der Kulturstiftung des Landkreises Holzminden, der Eintritt ist frei.

Die Schau versteht sich nicht nur als Rückblick, sondern auch als Einladung, sich auf Lehnhofs kompromisslose Perspektive einzulassen – und dabei vielleicht auch sich selbst ein Stück weit neu zu betrachten.

Foto: privat

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