Höxter (TKu). Rund 40 Soldatinnen und Soldaten der 3. Kompanie des ABC-Abwehrregiment 7 aus Höxter haben an einem bundesweiten Gedenkmarsch teilgenommen. Die jährlich stattfindende Aktion erinnert an die drei gefallenen Bundeswehrsoldaten des sogenannten Karfreitagsgefechts vom 2. April 2010 in Afghanistan. Unter der Leitung von Hauptmann Jenny B. absolvierte die Höxteraner Einheit einen anspruchsvollen Marsch über 16 Kilometer durch die Region. Dabei trug jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein Marschgepäck mit einem Gewicht von 16 Kilogramm – eine bewusste symbolische Belastung, die an die körperlichen und mentalen Herausforderungen von Auslandseinsätzen erinnern soll.
Der Gedenkmarsch dient jedoch nicht nur der Erinnerung, sondern verfolgt zugleich einen karitativen Zweck. Während der Aktion werden Spenden für im Einsatz verwundete Soldatinnen und Soldaten sowie für die Hinterbliebenen Gefallener gesammelt. Im vergangenen Jahr konnten durch das Engagement der Teilnehmenden 178.640 Euro zusammengetragen werden. Innerhalb der Kompanie wurde die Teilnahme am Marsch maßgeblich durch Hauptfeldwebel Norbert S. initiiert und organisiert. Der Marsch stand ganz im Zeichen von Demut und kameradschaftlichem Gedenken, wie Hauptfeldwebel Norbert S. betonte. Die Soldatinnen und Soldaten nutzten die Strecke nicht nur als körperliche Herausforderung, sondern auch als Moment des Innehaltens. Sie würdigten jene Kameradinnen und Kameraden, die im Einsatz ihr Leben riskiert oder verloren haben, und erinnerten daran, dass Frieden und Sicherheit keine Selbstverständlichkeit sind.
Das sogenannte Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 gilt als eines der schwersten Gefechte der Bundeswehr seit ihrem Bestehen. An diesem Karfreitag geriet eine deutsche Fallschirmjägereinheit nahe der Stadt Kundus in Afghanistan in einen Hinterhalt von Aufständischen, darunter Taliban-Kämpfer. Die Soldaten waren Teil einer Patrouille, die in ein Gefecht verwickelt wurde, das sich über mehrere Stunden hinzog und ungewöhnlich intensiv war. Dabei kamen drei deutsche Soldaten ums Leben, weitere wurden teils schwer verwundet. Auch afghanische Soldaten, die gemeinsam mit der Bundeswehr im Einsatz waren, wurden verletzt oder getötet. Für die Bundeswehr war dieses Gefecht ein Wendepunkt, da es deutlich machte, dass die Mission in Afghanistan längst kein reiner Stabilisierungseinsatz mehr war, sondern kriegsähnliche Zustände angenommen hatte. Das Karfreitagsgefecht führte in Deutschland zu einer breiten politischen und gesellschaftlichen Diskussion über den Afghanistan-Einsatz, die Ausrüstung der Soldaten und die öffentliche Wahrnehmung ihres Dienstes.
Foto: Thomas Kube