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Samstag, 07. März 2026 Mediadaten
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Höxter (red). Die Frauenaktionswochen in Höxter starten mit einer fundierten wie vergnüglichen Aufklärung und Bestandsaufnahme zum diesjährigen Motto „Stark, Sicher, Selbstbestimmt.“ Rebekka Endler begeistert 100 Gäste mit lebendiger Lesung.

Bürgermeister Daniel Hartmann staunte nicht schlecht, als er am Sonntagnachmittag den großen Saal des Historischen Rathauses betrat: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, eilig mussten zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden. Auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten Nadine Nolte eröffnete Hartmann dort die Frauenaktionswochen 2026. Schon der Vorverkauf hatte angedeutet, dass die Initiatorinnen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Höxter mit ihrem Angebot einen Nerv getroffen hatten.

Patriarchale Mythen und das strukturelle Vergessen

Die Idee, die freie Journalistin und Autorin Rebekka Endler einzuladen, stammte von Meike Brauer, Vorsitzende der GRÜNEN in Höxter. Endler forscht und schreibt darüber, wie patriarchale Mythen noch immer unsere Gesellschaft und damit das Leben der Frauen prägen. Ihre Analyse lieferte Erklärungen dafür, warum Frauen beim beruflichen Aufstieg weiterhin an die Grenzen stoßen oder warum Forschungsergebnisse von Wissenschaftlerinnen oft in Vergessenheit geraten oder Männern zugeschrieben werden. Ein prägnantes Beispiel für dieses strukturelle Vergessen zeigt sich in der Dokumentationskultur: Ausstellungen, die dezidiert Werke von Frauen zeigen, bleiben oft ohne begleitenden Katalog oder werden nur Verbindung mit Werken von Männern bekannt und halten somit kaum Einzug in das allgemeine Wissen. Ohne diese schriftliche Fixierung, so wurde im Ratssaal deutlich, wird die Arbeit von Frauen immer wieder von männlichen Narrativen überlagert.

Trotz der schweren Kost schaffte es Endler durch ihre zugewandte Art, eine offene Atmosphäre zu kreieren. Aus ihrem Buch „Witches, Bitches, It-Girls“ lesend, schlug sie die Brücke von persönlichen Erlebnissen hin zu Beispielen aus Kunst, Wissenschaft und Showbusiness. Dabei machte sie anschaulich, wie weit unsere Gesellschaft faktisch noch von einer echten Gleichstellung entfernt ist.

Gefährliche Sehnsucht nach Rollenbildern der Vergangenheit

Besonders hellhörig wurde das Publikum bei der Analyse aktueller Rollenbilder. Während feministische Wellen in der Geschichte oft Rechte erkämpften, folgte darauf oft eine Diffamierung von Frauen als „Witches“ (Hexen) oder „Bitches“ (Schlampen). Erschreckend aktuell sei laut Endler der Trend der „Tradwives“ (traditionelle Ehefrauen) in den sozialen Medien.

Dass die aktuell von interessierten Kreisen massiv propagierten veralteten Rollenbilder einen überraschend großen Anklang finden begründete Rebekka Endler mit der gegenwärtigen Situation multipler Krisen. In einer ungewissen Zukunft erscheine der Rückzug in ein vermeintlich sicheres und makelloses Zuhause für viele Frauen attraktiv. Die Autorin mahnte jedoch eindringlich, dass eine solche Entwicklung die mühsam erkämpfte Unabhängigkeit von Frauen gefährde und letztlich fatale Folgen für deren Selbstbestimmung haben könne.

Ein Erfolg über alle Generationen hinweg

„Umso ermutigender ist es, dass bei den gut 100 Besucherinnen und Besuchern jedes Alter vertreten war“, freute sich Kristin Launhardt-Petersen, langjährige Initiatorin der Frauenaktionswoche für die GRÜNEN.

Das Fazit des Nachmittags fiel durchweg positiv aus. Bürgermeister Hartmann brachte es auf den Punkt: Die Stadt könne stolz sein auf die Frauen, die ein so vielfältiges und buntes Programm für die kommenden zwei Wochen auf die Beine gestellt haben. Die Lesung und die gemeinsame Diskussion sensibilisierten und ermutigten die Teilnehmenden, veraltete Strukturen und Rollenzuschreibungen zu erkennen und sich über sie hinwegzusetzen, ganz im Sinne des Mottos der Frauenaktionswochen: „Stark, Sicher, Selbstbestimmt“.

Foto: Marcel Werner

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